Vielfach ist zu beobachten, dass ein Bild nicht auf eine Bildwand projiziert wird, sondern auf eine verputzte Mauer (oft in Schulen zu sehen) oder auf eine weiß oder grau angestrichene Holzplatte (kommt im Heimkino vor). Gründe dafür sind vielfältig, sind aber oft finanzieller Natur. Die Ausreden dafür auch, denn schließlich erkenne man ja worum es geht. An diesem Punkt angelangt, kann die Diskussion enden, denn die Ansprüche an eine Projektion sind eben unterschiedlicher Natur. Dabei muss man anerkennen, dass es Bildwandfarben gibt, die homogen auf eine ebene Oberfläche aufgetragen ordentliche Resultate erzielen können. Aber abzuwägen bleibt der Aufwand im Verhältnis zum Resultat.

Perfekte Projektion

Wer allerdings einen hohen Anspruch an das projizierte Bild hat, wird um eine Bildwand nicht herumkommen. Und das hat mehrere Gründe:

Eine industriell geplante und gefertigte Bildwand hat eine Planlage, an die eine Mauer oder angestrichene Platte nicht herankommt. Und die Beschichtung einer Bildwand ist von einer Homogenität, die sich durch Pinselstriche nicht erreichen lässt. An jeder Stelle der Bildwand herrscht die gleiche Materialbeschaffenheit, die für ein einwandfreies Reflexionsverhalten sorgt. Die Rauheit der Oberfläche nimmt bei einer verputzten Fläche je nach Material zu und ist besonders schlimm, wenn es sich um eine nicht verputzte Mauer handelt. Beim Anstrich kommt hinzu, dass die Farbe mal dicker aufgetragen ist und mal dünner, was die Reflexionseigenschaften zusätzlich verschlechtert. Die Oberfläche ist also weder homogen noch planar. Das heißt aber: die Bildqualität wird schlechter.

Der Grund dafür ist physikalischer Natur: Wenn Licht auf eine Oberfläche trifft, wird es reflektiert und/oder absorbiert. Das Licht wird umso besser reflektiert, je ebener die Oberfläche und je gleichförmiger das Material ist. Einfallswinkel gleich Ausfallwinkel heißt das elementare Gesetz. Über eine planare und homogene Oberfläche bleibt dieses Gesetz weitgehend erhalten und auch das reflektierte Bild wird ohne Verluste reflektiert.

Wird das Licht auf eine poröse Oberfläche projiziert, fällt es in einem bestimmten Winkel auf die Oberfläche, wird aber an der porösen Oberfläche stets unterschiedlich reflektiert. Hinzu kommt, dass wenn der Farbauftrag inhomogen ist, sogar ein Teil des Nutzlichtstromes absorbiert wird. Ein Teil des Nutzlichtes geht also verloren. Verwaschungen des Bildes und Schattenbildung sind die Folge. Besonders gut zu erkennen ist das bei ungeputztem Mauerwerk.

Steuerung des Lichtes

Industriell gefertigte Bildwände haben aber noch einen anderen Vorteil: Durch die Art der Beschichtung kann man das Licht steuern. Auch hier ist ein planare Fläche und eine homogen Beschichtung von besonderer Bedeutung. Die Art der Beschichtung macht es möglich, Einfluss auf das Reflexionsverhalten zu haben.

Bei einer diffusen Bildwand mit einem Leuchtdichtefaktor (Gain) von 1 wird das Licht nach allen Seiten gleichmäßig reflektiert. Ist die Beschichtung so ausgelegt, dass der Reflexionsfaktor größer als 1 ist, wird das Licht in eine Vorzugsrichtung reflektiert, die winkelabhängig ist. Das wird beispielsweise bei schmalen Räumen mit relativ hohem Streulichtanteil benötigt.

Ein weiterer Grund für eine Profi-Bildwand ist die Eigenschaft, durch die Beschaffenheit der Beschichtung Streulicht zu absorbieren, Nutzlicht aber zu reflektieren. Dazu sind bestimmte Materialien und Verfahren nötig, die nur in der industriellen Produktion realisieren lassen.

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